Zur Person

Blick nach innen

Es lassen sich lange Listen an Fakten in einer Biografie aufzählen, Abschlüsse, Erfahrungen, Erfolge, Namen und Orte, die einen guten Klang haben – über die Person ist damit meist nur sehr wenig gesagt, wenn überhaupt etwas wirklich Wesentliches. Für Interessierte an diesen Rahmendaten gibt es auch auf dieser Seite eine kurz gefasste Liste.

Für Interessierte an der Person der Autorin soll hier ein kleiner Blick nach innen gewährt werden.

Schreiben und malen wollte ich bereits als Kind. Sprachen lernte ich schnell und mühelos, dennoch fand ich mich in einem sprachlosen Raum wieder. Ich suchte nach Worten für das Nichtgesagte in der Sprache. Parallel suchte ich nach zusätzlichen Formulierungsmöglichkeiten in Zeichen- und Malstudien. Auch die Malerei wurde für mich zu einer Ausdrucksform, Bilder  hinter dem Raum der Sprachlosigkeit sichtbar zu machen.

Dem Nichtgesagten einen Ausdruck verleihen, Bilder lebendig werden lassen, die von einer Welt hinter der Welt erzählen – das ist es, was die Kunst Ute Elisabeth Mordhorsts am besten beschreibt. Es ist eine Kunst, die aus einer tiefen Innensicht der Welt, der Menschen und nicht zuletzt der eigenen Persönlichkeit spricht. Die handwerklichen Fähigkeiten im Umgang mit Sprache hat die Autorin  von der Pieke auf gelernt – und gut 20 Jahre der Werbeindustrie als Übersetzerin, Texterin und Beraterin zur Verfügung gestellt. Doch das Bedürfnis, nicht nur handwerklich tätig zu sein, sondern der Kunst immer mehr Raum im eigenen Leben zu geben, hat letztlich zur Entscheidung geführt, das Schreiben und Malen zur Haupttätigkeit zu befördern.

Ob in Kurzgeschichten oder poetischen Texten, in Gebeten und Meditationen – oder auf der Leinwand: Ute Elisabeth Mordhorst gelingt es, mit wenigen Worten, mit schlichten Pinsel- oder Kreidestrichen völlig neue Bilder entstehen zu lassen. Es sind Bilder, die eine Wirklichkeit zum Vorschein bringen, die hinter allem Bekannten im Verborgenen schlummert. Um diese Bilder zu finden, sie aus ihrem Schlaf zu wecken, braucht es die Fähigkeit, alles Bekannte loszulassen, alles „Wissen“ beiseite zu schieben und mit einem neugeborenen Blick auf die Welt zu schauen.

Würden Sie Ute Elisabeth Mordhorst fragen, wie dieser Blick möglich wird, wie solche Bilder zu wecken sind, antwortete sie vielleicht mit den Worten Virginia Woolfs über die Erfahrung einer schreibenden Frau:

Sie dachte nicht nach; sie folgerte nicht; sie entwarf kein Handlungsgerüst; sie ließ ihre Einbildungskraft in die Tiefen ihres Bewusstseins hinunter, während sie oben saß, sich an einem dünnen (aber sehr notwendigen) Faden des Verstandes festhaltend. Sie ließ ihre Einbildungskraft ungebunden aus jedem Krümchen ihrer Erfahrung Nahrung ziehen; sie ließ ihre Einbildungskraft ungehindert um jeden Fels und Spalt der Welt, die in den Tiefen unseres unbewussten Seins verborgen liegt, schweifen.
Virginia Woolf, Rede vor der „National Society for Women’s Service, London, 21. Januar 1931

 

 Stationen

Ute E. Mordhorst, 2015

Ute E. Mordhorst, 2015

  • geboren 1957 in Kiel
  • gelernte Wirtschaftsdolmetscherin, Texterin und Werbeberaterin
  • lebt und arbeitet heute als freie Autorin und Malerin in Hamburg
  • Mal- und Zeichenunterricht in Hamburg und München (Akt- und Objektstudien, Portrait, Perspektivisches Zeichnen, Freie Komposition)
  • 2001 erste Veröffentlichung als Kinderbuchautorin, seit 2010 regelmäßige Neuerscheinungen in den Bereichen Lyrik,  erzählende Literatur und Spiritualität.